Erregung und Bewegung


Die 4 Phasen der sexuellen Reaktion:

Nach dem Modell von Masters und Johnson unterscheidet man 4 Phasen der sexuellen Reaktion, welch bei Männern und Frauen sehr ähnlich verlaufen.

Erregungsphase


Nicht nur bei Männern auch bei Frauen kann die sexuelle Erregung unerwartet und sehr schnell auftreten. Optische Reize oder Duftstoffe, sexuelle Phantasien oder Berührungen leiten sie ein. Allerdings scheinen Frauen in den Anfangsstadien der Erregung leichter ablenkbar zu sein als Männer. Frauen sind dabei weniger durch äußere Reize stimulierbar als durch körperlichen, direkten Reiz (Häberle 1985)

Als erstes und deutlichstes Anzeichen weiblicher Erregung kommt es zu einem Feuchtwerden der Vagina. Mit Fortschreiten der Erregung vergrößern sich die inneren zwei Drittel der Vagina in der Breite und Länge , die Scheide verfärbt sich von hell- nach dunkelrot. Die Schamlippen schwellen an, die Klitoris, von der nur 1/10 sichtbar ist vergrößert sich durch den Bluteinstrom.

Die Brustwarzen verhärten sich, die dunklen Höfe um die Brustwarzen werden größer. Es kommt zu einer vermehrten Muskelanspannung. Im Bereich des Unterleibs, der Schultern, des Nackens und des Gesichtes kommt es zu Rötungen , dem sog. sex flush.


 

Plateauphase


Wenn die sexuelle Erregung erfolgt ist kommt es zu einer Phase bei der der Blutdruck ansteigt, die Spannung der Muskulatur zunimmt, Puls und Atemfrequenz schneller werden. Das äußere Drittel der Scheidenmanschette füllt sich vermehrt mit Blut und wird dadurch enger. Die Rotfärbung der kleinen Schamlippen nimmt zu. Die Bartholini-Drüsen sondern in der späten Erregungsphase etwas Flüssigkeit ab.

Die Gebärmutter wird weiter in den Unterleib hineingezogen und nimmt an Umfang durch vermehrte Blutfüllung zu.

Die Brüste erreichen ihren größten Umfang.


 

Orgasmusphase


Im Rahmen des Orgasmus kommt es zu unwillkürlichen Nachlassen der Muskel- und Nervenanspannung auf dem Gipfel sexueller Erregung. Ein Orgasmus dauert nur einige Augenblicke und wird wie ein krampfartiger Anfall, eine Reihe von Zuckungen empfunden, die den gesamten Körper erfassen und von vollständiger Entspannung gefolgt sind.

Im Gegensatz zu Männern sind Frauen zu mehreren Orgasmen in kurzer Folge fähig. Diese können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein: bei manchen Frauen sind sie eher kurz und sanft, bei anderen länger und heftig.

Der weibliche Orgasmus beginnt mit heftigen rhythmischen Kontraktionen im äußeren Scheidendrittel. Diese Kontraktionen , deren Anzahl zwischen 3 und 15 liegen können wiederholen sich im Abstand von weniger als 1 Sekunde. Die Kontraktionen beginnen in der oberen Hälfte des Uterus und sind nach unten gerichtet. Sie erfassen auch die umgebenden Muskulatur des Beckenbodens und den Anus. Mit dem Orgasmus kommt es zum Nachlassen der Muskel- und Nervenanspannung auf dem Höhepunkt der sexuellen Erregung.


 

Rückbildungsphase


Nach dem Orgasmus kehren die Geschlechtsorgane langsam in ihren vorherigen, nicht erregten Zustand zurück. Es kommt es zur Rückbildung des Blutstaus im Bereich der äußeren Scheidenmanschette, die Klitoris zieht sich unter ihre Vorhaut zurück. Es kommt zu einem Nachlassen der Muskelspannung, Verlangsamung von Atmung und Puls und Rückbildung der Hautrötung (sex-flush). Die Brustwarzen schwellen ab und der Uterus bildet sich auf die Normalgröße zurück.

Im Gegensatz zum Mann gibt es bei der Frau keine Refraktärzeit, in welcher keine erneute Erregung und Orgasmus möglich wäre. Frauen sind deshalb unmittelbar nach dem ersten Orgasmus zu einem zweiten oder dritten Orgasmus fähig.