Erregung und Befeuchtung


Weibliche Erregung und Befeuchtung stehen in einem engen Zusammenhang. Im Rahmen des Erregungsablaufs sondern die Schleimhautzellen des Scheidengewölbes Flüssigkeit ab, die als Gleitmittel dient und den Geschlechtsverkehr vorbereitet.

Blutgefäße und Klitoris


Untersuchungen an weiblichen Klitorisgewebe zeigen, dass die gleichen sexuellen Übertragungsmechanismen wirksam sind, wie bei dem männlichen Schwellkörpergewebe. In der glatten Klitorismuskulatur werden cGMP und die Phoshodiesterase 5 gebildet (siehe Erektionsstörungen Mann).

Eine Untersuchung von Krane 1998 konnte nachweisen, dass Operationen oder Verletzungen im Becken und Genitalbereich zu nachfolgenden Sexualproblemen wie Störungen der Befeuchtung und Empfindung führen können in der irrigen Auffassung, das Frauen nicht impotent werden können.


 

Muskelzellen und Blutfluß


Die Entspannung der glatten Muskulatur mit vermehrter Durchblutung der Klitoris nach sexueller Stimulation erfolgt über die Stickoxid –Freisetzung und cGMP Erzeugung mit nachfolgender Durchblutungssteigerung


 

Hormone in Aktion


Hormone Ursachen: Im Rahmen des normalen Zyklus der durch die alle 26 bis 30 Tage stattfindende Menstruation markiert ist, reift in der ersten Zyklushälfte das Eifollikel unter dem Einfluss der Östrogene, während in der zweiten Phase, der Gelbkörperphase die Gestagene überwiegen. Östrogene sind hierbei eher für das Wohlbefinden und die cerebrale Leistungen wie Gedächtnis und Merkfähigkeit verantwortlich. Darüber hinaus spielen sie eine Schlüsselrolle im Knochenaufbau, Fettverteilung und dem Aufbau des Vaginal- und Klitorisgewebes. Untersuchungen von Bermann 1997 zeigten dass nach Östrogenentzug ein Abnahme der Stickoxid-Synthetase mit bindegewebigem Umbau des klitoralen Schwellkörpers und ein Zelluntergang des Vaginalepithels resultierte.

Gestagene und hier insbesondere das Progesteron, die in der zweiten Zyklushälfte prouziert werden, wirken angstlösend, beruhigend.

Androgene sind für die Frau ebenfalls von großer Bedeutung. Das Testosteron hat dabei Einfluß auf Leistungsfähigkeit, Antrieb und Libido. Die zusätzliche Gabe von niedrig dosiertem Testosteron zeigte in Studien ein gutes Ansprechen bei Libidostörungen (Freundl 1998).Auf der Ebene des Gehirns werden sowohl durch Androgene als auch durch Östrogene neuronale Übertragungsstoffe (Neurotransmitter wie Oxytocin, Serotonin, Dopamin etc.) synthetisiert, welche hemmende oder stimulierende Funktionen haben.


 

Sexualität und Zyklus / Schwangerschaft


Zyklus und Lust: Entgegen früherer Auffassungen bestätigen die Auswertungen zahlreicher sexualepidemiologischer Studien, dass Lust auf Sex (Libido), Erregbarkeit und Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs nicht östrogenabhängig sind und unabhängig vom Menstruationszyklus sind.

Die sexuelle Erregung der Frau wird eher psychisch ausgelöst und ist deshalb stärker störanfällig. Probleme in der Partnerschaft haben einen stärkeren Einfluss und blockieren leicht das sexuelle Interesse der Frau. In diesem Zusammenhang sind Sexualprobleme, bedingt durch Erektionsstörungen des Mannes, häufig ein Partnerproblem, welches der gemeinsamen Beratung des Paares bedarf.

Sexualität und Schwangerschaft: Im Rahmen der Schwangerschaft lässt das Interesse an Sexualität im letzten Drittel nach, während es im 2. Drittel nach einer Befragung von Masters und Johnson eher zunimmt. Diese scheint eher auf die vermehrte körperliche Schwerfälligkeit und auf die zunehmende Sorge um das werdende Kind als um hormonelle Einflüsse bedingt zu sein.